Das Wichtigste in Kürze
- Chatbots müssen erkennbar machen, dass man mit einer KI spricht, wenn das nicht ohnehin offensichtlich ist.
- Deepfakes, also realistische KI-Bilder, -Videos oder -Stimmen von echten Personen, Orten oder Ereignissen, müssen gekennzeichnet werden.
- KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse müssen deklariert werden, ausser ein Mensch hat sie geprüft und trägt redaktionell die Verantwortung.
- Schweizer Firmen sind betroffen, wenn ihre KI-Inhalte in der EU genutzt werden. Ein eigenes Schweizer KI-Gesetz gibt es noch nicht.
Was der EU AI Act verlangt
Die KI-Verordnung der EU regelt in Artikel 50 die Transparenz. Diese Pflichten gelten seit dem 2. August 2026:
- Interaktion mit KI: Wer ein System anbietet, mit dem Menschen direkt interagieren, etwa einen Chatbot auf der Website, muss es so gestalten, dass Nutzerinnen und Nutzer wissen, dass sie mit einer KI sprechen.
- Deepfakes: Wer KI-Bilder, -Audio oder -Videos einsetzt, die echten Personen, Gegenständen oder Ereignissen täuschend ähneln, muss offenlegen, dass sie künstlich erzeugt oder verändert sind. Für offensichtlich künstlerische oder satirische Werke gelten Erleichterungen.
- Texte von öffentlichem Interesse: KI-generierte Texte, die die Öffentlichkeit informieren sollen, sind zu kennzeichnen, ausser sie wurden von einem Menschen geprüft, der die redaktionelle Verantwortung trägt.
- Maschinenlesbare Markierung: Die Anbieter von KI-Generatoren müssen ihre Ergebnisse technisch markieren. Das betrifft die Hersteller der Tools, nicht Sie als Nutzer. Für Systeme, die schon vor August 2026 auf dem Markt waren, gilt dafür eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026.
Warum das Schweizer Firmen betrifft: Die Verordnung gilt auch für Anbieter und Betreiber ausserhalb der EU, wenn die Ergebnisse ihrer KI in der EU verwendet werden. Ein Chatbot auf einer Schweizer Website, der auch Besucher aus Deutschland oder Frankreich bedient, fällt darunter.
Und in der Schweiz?
Der Bundesrat hat im Februar 2025 entschieden, kein eigenes, umfassendes KI-Gesetz zu schaffen. Stattdessen will die Schweiz die KI-Konvention des Europarats umsetzen und bestehende Gesetze gezielt anpassen. Eine Vernehmlassungsvorlage ist bis Ende 2026 angekündigt.
Bereits heute gilt das Datenschutzgesetz auch für KI, wie der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte (EDÖB) klargestellt hat. Wer KI einsetzt, muss über Zweck, Funktionsweise und Datenquellen transparent informieren. Mehr dazu im Beitrag KI und Datenschutz.
Was muss ich kennzeichnen?
| Inhalt | Beispiel | Kennzeichnen |
|---|---|---|
| Chatbot | Ein KI-Assistent beantwortet Fragen auf der Website | ja |
| Realistisches KI-Foto | Ein KI-Bild zeigt ein «Team» oder «Kunden», die es so nicht gibt | ja |
| KI-Stimme, KI-Video | Ein Erklärvideo mit künstlichem Sprecher | ja |
| Illustrationen | Erkennbar künstliche Grafiken, Icons, Stillleben | freiwillig |
| Geprüfte Texte | Mit KI entworfen, von Ihnen überarbeitet und verantwortet | freiwillig |
| Ungeprüfte News | Automatisch erzeugte Meldungen ohne menschliche Kontrolle | ja |
Unsere Empfehlung, auch wo es nicht Pflicht ist: Sagen Sie offen, wie Sie KI einsetzen. Kundschaft verzeiht KI-Bilder, aber nicht das Gefühl, getäuscht worden zu sein.
So sieht eine KI-Deklaration aus
Am einfachsten sind zwei Ebenen: ein kurzer Hinweis direkt am Inhalt und eine Seite oder ein Abschnitt, der Ihren Umgang mit KI erklärt.
- Beim Chatbot: «Hallo, ich bin der digitale Assistent von Muster AG. Ich bin eine KI und kann mich irren. Für verbindliche Auskünfte erreichen Sie unser Team unter …»
- Bei Bildern: In der Bildunterschrift oder im Alt-Text: «KI-generierte Illustration».
- Allgemein, etwa im Footer oder im Impressum: «Wir setzen KI-Werkzeuge beim Entwurf von Texten und Bildern ein. Alle Inhalte werden von unserem Team geprüft und verantwortet. Realistische KI-Bilder kennzeichnen wir.»
Transparenz ist hier kein Risiko, sondern ein Vertrauensvorsprung.
Dieser Beitrag fasst die Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
KI sinnvoll und transparent einsetzen
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